So rechnet der Zinseszinsrechner
Beim Zinseszins wird der Zins am Ende jedes Jahres dem Kapital gutgeschrieben und im nächsten Jahr mitverzinst. Ohne weitere Einzahlungen wächst ein Kapital deshalb nicht gleichmässig, sondern jedes Jahr um etwas mehr:
Kapital nach n Jahren = Startkapital × (1 + Zinssatz)ⁿ
Mit regelmässigen Einzahlungen rechnet der Rechner Jahr für Jahr: Kapital am Jahresanfang plus Zins, plus die Einzahlungen des Jahres samt ihrem anteiligen Zins. Eine Einzahlung zu Beginn des Monats wird für die restlichen Monate des Jahres verzinst, die Einzahlung im Januar also für 12 Monate, die im Dezember für einen. Die Beträge werden erst am Schluss auf den Rappen gerundet.
Beispiel
Sie haben CHF 10'000.00 und sparen jeden Monat CHF 200.00 dazu, bei einem Zins von 2 %. Nach 20 Jahren haben Sie CHF 58'000.00 eingezahlt und besitzen CHF 73'804.89. Der Zinsertrag beträgt CHF 15'804.89, davon sind CHF 2'164.89 Zins auf bereits gutgeschriebene Zinsen.
Sparen Sie gleich weiter, aber 40 statt 20 Jahre lang, wächst das Kapital auf CHF 168'615.61. Der Zinsertrag steigt dabei auf CHF 62'615.61, rund 4-mal so viel wie nach 20 Jahren, obwohl Sie nur doppelt so lange sparen. Das ist die Wirkung des Zinseszinses.
Verdopplung und Faustregel 72
Ohne Einzahlungen werden aus CHF 10'000.00 bei 2 % in 20 Jahren CHF 14'859.47. Bis sich ein Betrag verdoppelt, dauert es bei 2 % rund 35 Jahre. Als Faustregel gilt: 72 geteilt durch den Zinssatz ergibt ungefähr die Jahre bis zur Verdopplung. Wer früh mit Sparen beginnt, profitiert deshalb am meisten vom Zinseszins, auch mit kleinen Beträgen.
Monatlich oder jährlich einzahlen?
Wer CHF 2'400.00 zu Beginn jedes Jahres einzahlt, erhält auf den ganzen Betrag ein volles Jahr Zins. Wer stattdessen CHF 200.00 pro Monat einzahlt, hat das Geld im Durchschnitt später auf dem Konto. Bei 2 % während 20 Jahren ergibt die jährliche Einzahlung CHF 59'479.96, die monatliche CHF 58'945.42. Der Unterschied ist klein; wichtiger ist, regelmässig zu sparen.
Was der Rechner nicht berücksichtigt
Der Rechner zeigt Beträge vor Steuern und Gebühren und rechnet mit einem gleichbleibenden Zinssatz. In Wirklichkeit ändern Banken ihre Zinsen, und die Teuerung schmälert die Kaufkraft des Ersparten. Für Anlagen mit schwankenden Erträgen wie Aktienfonds ist der Zinssatz nur eine Annahme über die durchschnittliche Rendite, keine Zusage. Wer auf Wohneigentum spart, findet im Tragbarkeitsrechner, wie viel Eigenkapital ein Kauf verlangt.